Umbauten

Stube 1920Im 19. und 20. Jahrhundert machte die Gebäudeanlage einige bauliche Veränderungen durch. Emil Benedikt Emanuel Flury (1850–1940) erhöhte das Badhaus um ein Geschoss, baute den Dachstock aus, setzte über den Eingang einen Dachreiter und liess am Südgiebel anstelle der Laube einen Saaltrakt anbauen. Später liess er die Fassade durch Erker und gusseiserne Balkone verändern. Um die Jahrhundertwende folgten der Umbau des gegenüberliegenden Wohnhauses zu einer Dépendance und die Erweiterung der Ökonomie durch den Anbau eines Arzthauses. Weitläufige Gartenanlagen, Weiher und Fusswege umgaben die ausgedehnte Kuranlage, die damals ihren Höhepunkt erlebte.

(Bild: Stube um 1920. Zwischen 1900 und dem 2. Weltkrieg erlebte das Bad Schauenburg einen Höhepunkt.)


Zweiter Weltkrieg

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs nutzte die Armee die hinteren Räume des Hotels als Truppenunterkunft. Das Bad Schauenburg war froh darum, denn so konnte es sich in der für das Gastgewerbe schwierigen Zeit die wirtschaftliche Existenz sichern. Von 1942 bis 1944 diente das Hotel als Unterkunft für orthodoxe jüdische Emigranten. Diese bauten den Fussweg zwischen Bad Schauenburg und der Schönmatt aus und schufen damit eine Verbindungsstrasse zwischen Liestal und Arlesheim. Im Vergleich zu den Emigranten, die anderswo in Militärbaracken untergebracht waren, ging es den Juden im Bad Schauenburg gut. Sie konnten selber koscher kochen, die Badeanlagen benutzen und kulturelle Veranstaltungen durchführen.


In Geigy-Besitz

1958 kaufte die J. R. Geigy AG das Bad Schauenburg, mit dem Plan, den Hotelbetrieb einzustellen und eine Villensiedlung für das Direktionskader des Unternehmens zu errichten. Die Baulandpreise in der Nähe der Stadt waren damals schon sehr hoch, und Bad Schauenburg war ideal gelegen: verkehrstechnisch gut erreichbar, aber doch im Grünen. Das Landwirtschaftsgesetz liess jedoch eine Umzonung zu, deshalb beschloss die J. R. Geigy AG, die Landwirtschaft zu verpachten und den Gasthof schrittweise zu einem modernen Erholungs- und Tagungshotel auszubauen.

Das heutige Hotel Bad Schauenburg steht für gepflegte Gastlichkeit und eine kulinarisch hochstehende Küche. Das sehenswerte und geschützte Baudenkmal bietet seinen Gästen aus nah und fern eine Oase der Stille und der Erholung im Grünen, eine ideale Tagungsstätte für Seminare, Symposien oder Arbeitstreffen sowie einen stilvollen Rahmen für Familien-, Vereins- oder Firmenfeste.


Quelle: Bad Schauenburg, 2002, Redaktion: Treumund E. Itin, gekürzte Fassung: Marc Schaffner